Die Versicherungsbranche im Zeichen der Niedrigzinsphase

Die Niedrigzinspolitik der EZB hat nicht nur einen Einfluss auf den Aktienmarkt, sondern einen sehr gewichtigen auch auf die Versicherungsbranche. Den Fokus lege ich hier auf des Deutschen liebstes Kind, die Lebens- und Rentenversicherungen. Diese Versicherungen machen den Großteil des Umsatzes einer Versicherungsgesellschaft aus und sind am stärksten von der zukünftig negativen Entwicklung betroffen.

Die Versicherungsbranche im Zeichen der Niedrigzinsphase!

Fakt Nummer 1 ist die vom Gesetzgeber reglementierte Anlagepolitik der Gelder in diese Sparformen. Einerseits müssen die Versicherungsgesellschaften einen Großteil der Gelder in mündelsichere Anlageformen investieren. Dies bedeutet eine Anlageform, bei der ein Wertverlust fast ausgeschlossen ist. Früher waren dies Bundesschatzbriefe und Bundesanleihen. Heute gibt es nur noch Bundesanleihen, die aber derzeit schon eine Negativrendite aufweisen. Andererseits müssen bei Altverträgen „garantierte Zinssätze“ von 3,5%-4% Zinsen an die Kunden ausgeschüttet werden. Hier entsteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem, was der Versicherer am Kapitalmarkt an Rendite erzielt und den versprochenen Renditeleistungen.


Fakt Nummer 2 ist, dass die „garantierten Zinssätze“ schon seit Jahren fallen. Seit 1.1.2017 liegen wir bei 0,9% garantiertem Zins. Aber nicht einmal dieser Prozentsatz kann von der mündelsicheren Anlageform der „Bundesanleihen“ erwirtschaftet werden. Folge ist, dass die Versicherer nun Ihre Bewertungsreserven und Überschussbeteiligungen kürzen müssen, um die Altverträge bedienen zu können. Als letzte Instanz würden die Rücklagen der Versicherer heruntergefahren. Dies würde aber an die Substanz des jeweiligen Versicherungsunternehmens gehen. Ergo erhöht man die ohnehin intransparenten Kosten weiter und verschleiert diese in den AGBs. Hier eine kleine Auflistung

Welche Kosten sind vorhanden?

Abschlusskosten Alpha-Kosten
Laufende Verwaltungskosten Beta-Kosten
Anlagekosten Gamma-Kosten
Stückkosten Kappa-Kosten
Kosten der Fondsgesellschaft Kapitalanlagekosten

Alternative: Der Kunde bekommt ganz überraschend am Ende der Laufzeit deutlich weniger ausgezahlt, als er auf den jährlichen Vordrucken seiner Versicherungspolice augenscheinlich ausgewiesen bekommt. Ich habe hierzu ein ausführliches 50-seitiges E-Paper auf meinem Blog über die Kosten bei fondsgebunden Lebens- und Rentenversicherungen entworfen. Diese erhält man kostenlos mit der Eintragung seiner Email Adresse in der Sidebar. Zusätzlich bekommt Ihr noch meine wöchentlichen Newsletter rund um das Thema Börse, Aktien und aktuelles Marktgeschehen.

Weiter im Kontext: Die Margen der Versicherer werden zunehmend im Bereich dieser speziellen Policen deutlich sinken. Dies wird insbesondere auch die großen börsennotierten Versicherer treffen und deren Margen in diesen speziellen Bereichen schmälern. Auch wenn ein Teil der Gelder in lukrative Kapitalanlagen geht wie beispielsweise dem Aktienmarkt, werden keine langfristigen Renditen von 3%-4% erzielbar sein.

Was passiert in der Versicherungsbranche, wenn die Niedrigzinspolitik weiter anhält?

Sollte die Niedrigzinspolitik der EZB weiter anhalten, könnte dieses Verlustgeschäft bei Lebensversicherungen für die Versicherer zu einem echten Problem werden. Ich nehme an, dass einige kleine Versicherungsgesellschaften nicht überleben werden, große Konzerne könnten dies durch andere lukrative Versicherungsbereiche abfedern, allerdings wären sie definitiv auch merklich betroffen. Kurz- bis mittelfristig sehe ich keine Chancen für steigende Zinsen und damit höhere Verzinsungen der mündelsicheren Anlagen.

Welche Auswirklungen sind zu erwarten?

Summa summarum wird einer der in der Vergangenheit sehr ertragreiche Versicherungsbereiche zu einem Pulverfass. Noch erzielen viele Konzerne Milliardengewinne und haben eine attraktive Dividendenrendite. Dies wird sich in Zukunft ändern, sollten sich nicht andere innovative Bereiche entwickeln, die diese Fehlentwicklung halbwegs kompensieren könnten. Das Eis wird definitiv dünner und die goldenen Jahre scheinen gezählt zu sein. Kurz- bis mittelfristig sehe ich noch ein wenig Potenzial nach oben. Zudem sind die Versicherer aufgrund der hohen Dividendenzahlungen immer noch interessant bei Privatanlegern. Wie die langfristige Entwicklung weitergeht, vermag ich nicht zu prognostizieren. Es wird ein schwieriges Unterfangen, neue Produkte zu konzipieren, die diese Verlustsparte auffängt. Es werden stürmische Zeiten kommen, sollte die Niedrigzinspolitik weiter anhalten. Der DAX startet im Gegenzug durch und wird bald sein neues Allzeithoch durchbrechen. Anbei mein neuer Focus Money Artikel zu diesem Thema.

Weitere Artikel zum Versicherungsbereich, speziell zur Allianz findet ihr anbei:

Fondsgebundene Versicherungen und Kosten?

Noch verheerender sind fondsgebundene Versicherungen in Form einer Lebens- oder Rentenversicherung. Dies habe ich in einer knapp 50 seitigen PowerPoint Präsentation aufbereitet, welche man sich auf meinem Blog in der Sidebar kostenlos herunterladen kann, wenn man sich mit seiner Email Adresse in den Newsletter einträgt. Einige Ausschnitte möchte ich hier aber zur fondsgebundenen Rentenversicherung und Lebensversicherung in der nun nachfolgenden Grafik erläutern:
Kostenarten der fondsgebundenen Versicherung
Die Kosten einer fondsgebundenen Lebensversicherung sind derartig hoch, dass man bei Aufteilung der Kosten erst das wahre Ausmaß der Katastrophe erkennt. Es gibt sogar eine richtige Unterteilung der Kosten in Alpha, Beta, Gamma, Kappa und Kapitalanlagekosten.

Fondsgebundene Versicherungen! Kostenarten

Die Managementgebühr wird als Kostenfaktor für die gute Arbeit des Fondsmanagers, der Fondsbuchhaltung etc. veranschlagt. Hier kann man im Durchschnitt mit 1,5% p.a. rechnen. Die Verwaltungsgebühren liegen in der Regel in einem Korridor von 0,3% – 0,5%. Zusammen ergibt dies die TER, die Total Expense Ratio. Dies bezeichnet auf gut deutsch die Gesamtkostenquote. Diese beinhaltet doch längst nicht alle Kostenfaktoren hinlänglich. Es fehlen unter anderem die Transaktionskosten für die regelmäßigen Orders, welche der Fondsmanager platziert. Diese schlagen mit rund 0,5% – 1% zu Buche, natürlich abhängig von dem Transaktionsvolumen.

Weiterhin kommen oftmals Performancegebühr sowie ein Ausgabeaufschlag hinzu. Letztendlich sind wir bei der Performancegebühr bei rund 0,5%. Der Ausgabeaufschlag fällt nur einmalig an, beträgt aber oftmals happige 5%. Summa summarum sind wir bei durchschnittlichen Kosten dieser Investmentanlage von rund 3,5%. Dies erfolgt unter Berücksichtigung der kompletten Kosten. Abweichungen nach oben oder nach unten sind dabei möglich.

Fondsgebundene Versicherungen! Kostenblock

Auf jeden Fall ist dies ein immenser Kostenblock, der erstmal erwirtschaftet werden muss. Unter Berücksichtigung der angenommenen Rendite und einer Inflation von 2% ist unter dem Strich nicht mehr drin als die eingezahlten Beträge. Es läuft also darauf hinaus, dass dies ein Fiasko bzw. ein Nullsummenspiel wird. Die verschachtelten Kosten, welche niemals von einem Vertriebler offen gelegt werden, sind dermaßen unverschämt und ziehen ausschließlich dem Kunden das Geld aus der Tasche. Oftmals haben auch die Vertriebler keine Kenntnis, wie sich die Kosten en Detail zusammensetzen. Diese können Sie selbst in Ihrem Vertrag in den AGB’s minutiös aufgelistet finden. Es erfordert ein wenig Arbeit, da die AGB’s meistens in Schriftgröße 4 niedergeschrieben sind. Zudem sind diese von Profis, nämlich den Aktuaren der Versicherung, zusammengestellt worden. Aktuare sind Versicherungsmathematiker, die die Verträge so intransparent wie möglich gestalten können. Hintergrund ist nur der eine Punkt, dass es nach Vertragsunterzeichnung kein Mensch durchliest und somit keine Rückfragen entstehen können.

Fondsgebundene Versicherungen! Aktuelle Rechtsprechungen vom BGH – vorab prüfen

Ich behaupte auch, dass lediglich nur sehr wenige sich die AGB’s zu Gemüte führen. Ich selber hatte auch mal eine fondsgebundene Rentenversicherung, welche ich dann aber relativ schnell gekündigt habe. Trotz meiner analytischen Sichtweise auf die Dinge habe ich mich von einem gewieften Versicherungsverkäufer täuschen lassen. Zu dieser Zeit war ich noch relativ unwissend und bin auf den steuerlichen Trick reingefallen. Vor 2005 abgeschlossen Verträge hatten nämlich den Vorteil, dass die Gewinne steuerfrei waren. Im Oktober des Jahres 2004 unterschrieb ich den Vertrag und drei Jahre später im Jahr 2007 wurde er wieder gekündigt. Von den eingezahlten rund 3000€ damals wurde mir eine Auszahlung von 1200€ in Aussicht gestellt.

Ich legte Einspruch ein und berief mich auf ein aktuelles BGH Urteil, welches darauf ausgelegt war, bei vorzeitiger Kündigung mindestens 50% der ausgezahlten Beträge an den Kunden zurückzuzahlen. Hierzu gibt es immer wieder aktuelle Rechtsprechungen vom BGH, welche man vorab prüfen sollte und die auf sehr viele Verträge positiven Einfluss haben. Unter diesem Druck zahlte mir die Versicherung den restlichen Teil, welcher noch ausstand. Es waren so um die 300€ mehr, mit einem überschaubaren Aufwand von einem Brief. Vorformulierte Texte gibt es bei den jeweiligen Verbraucherzentralen.

Das gute Sprichwort von der Ehe gilt nicht nur in diesem Bereich: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“. Dies sollte man verinnerlichen und zu jeder Zeit parat haben.

Börse hui – Riester und Co. pfui!

Diese Woche habe ich einen interessanten Artikel eines bekannten Bloggerkollegen gelesen. Tim Schäfer ist bekannt für seine langjährigen Statements, am besten Dekaden in Aktien zu investieren und diese einfach stoisch und regelmäßig zu kaufen. Ob per Einmalanlage in globale Titanen und Dividendenaktien oder mit kleineren Sparvermögen in ETF Sparpläne. Dieses Credo vertritt er bereits seit dem Beginn des Blogs 2008. Damit war er einer der ersten Blogger, der sich mittlerweile ein großes Publikum erschlossen hat. Seine Besucherzahlen dürften sehr hoch sein. Er selbst lebt in New York und weiß, dass die amerikanischen Privathaushalte offen gegenüber der Aktienanlage sind.

Riester Rente als negatives Beispiel

Die Bürger in den USA wissen, dass sie in Aktien gehen müssen, um für Ihre private Vorsorge fürs Alter am effektivsten anzulegen. Zudem ist ihm die private Vorsorge der Deutschen ein Dorn im Auge. In einem seiner letzten Artikel hat er knallhart die Riester-Rente als negatives Beispiel dargestellt. Dieser Meinung bin ich auch. Alle staatlich offerierten Produkte, die in Zusammenarbeit mit den Versicherern konzipiert wurden, haben eines gemeinsam: einen viel zu hohen Kostenfaktor. Da hilft keine suggerierte „staatliche Zulage“ oder angepriesener „Steuervorteil“ etwas. Diese Schlagwörter werden aber zuhauf als Ködermittel benutzt. Der Grundtenor in den Mainstreammedien schlägt aber so langsam um. Es gibt jetzt häufiger, so mein subjektiver Eindruck, negative Schlagzeilen zum Thema Riester.

Es sollten aber noch viel mehr Kunden aufwachen und sich von diesen intransparenten und toxischen Produkten entfernen. Ein neues Buch „Riester-Leaks“ ist derweil Ende Oktober herausgekommen und kritisiert als erstes vollständig die infamen Lügen der Versicherer. Die fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen sind auch nicht besser gestellt. Leider existieren auch hiervon Millionen von Verträgen. Ich habe mir die Mühe gemacht und ein 50- seitiges PDF erstellt, in dem diese Versicherungen auf Herz und Nieren geprüft wurden. Alle möglichen Konstellationen, die sich hierbei ergeben usw. Wer sich auf meinem Blog mit seiner Email-Adresse einträgt, erhält dies kostenlos zugesandt. Dies sind wertvolle Informationen, um bestehende Verträge daraufhin zu überprüfen.

Die Woche wird sehr spannend

Einerseits sind die Börsen aufgrund der US Wahlen zittrig geworden und haben letzte Woche ein wenig an Boden verloren. Es könnte diese Woche zu heftigen Bewegungen an den Aktienmärkten kommen. Behalten Sie sich aber immer folgendes Sprichwort im Hinterkopf: Politische Börsen haben kurze Beine. Dies wird also nur von kurzer Dauer sein, bis sich die Medienlandschaft wieder einem anderen Thema als der US Politik widmet. Es bleibt also sehr spannend, was die weitere Entwicklung angeht. Der Bullenmarkt ist mittlerweile im achten Jahr angekommen in den USA. Was ich zudem noch erwähnen möchte, ist, dass ich mich in letzter Zeit sehr stark mit Florian Homm beschäftigt habe. Er ist ein ehemaliger Hedgefondsmanager und hat spannende Bücher über sein beeindruckendes Leben, den Aufstieg in die Millardärsliga und den Fall danach geschrieben. Angesichts diverser Klagen und Prozesse gibt sich Homm heute geläutert.

Seine Bücher „Kopfgeldjagd“ und „Endspiel“ sind sehr informativ. Durch seine 30-jährige Erfahrung und sein Know How ist er ein wertvoller Informationspartner geworden. Seit neuestem startet er auf Youtube Videos zu aktuellen Thema unter der Rubrik „Florian Homm spricht Klartext“. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diese Videos zu Gemüte zu führen. Speziell zu den US Wahlen am Dienstag, kann ich folgendes Video empfehlen.

Viel Spaß für die Gewinnung weiterer Erkenntnisse und eine ruhige Woche. Bleiben Sie bei Ihrer Strategie und seien Sie nicht nervös, wenn es die Märkte sind. Überzogener Aktionismus ist meistens der falsche Weg.

Nachteile von Produkten mit Garantien

Garantien bedeuten meistens eine Absicherung. In welcher Form auch immer diese Absicherung geschieht, ist erst einmal zweitrangig. Die nächste Grundregel ist folgende: Garantien sind niemals umsonst. Jede Garantie beinhaltet Kosten. Ob direkt oder indirekt, ist ebenfalls nicht primär wichtig. Sobald Ihnen ein Vertreter, ein Verkäufer einer Versicherung oder Bank etc. mit Garantien kommt, sollten Ihre natürlichen menschlichen Sensoren Alarm schlagen. Das Schlagwort „Garantie“ ist zwar positiv aufgeladen und klingt in den Ohren vieler Deutscher wie Balsam, doch dahinter verbirgt sich aber ein immenser Nachteil. Der Kunde wird hier gnadenlos mit einem Schlagwort geködert. Zudem gibt es wirkliche Garantien nur sehr selten. Garantien gehen bei Finanzprodukten grundsätzlich immer auf Kosten der Rendite.

Das meiste, was an Garantien versprochen wird, ist sowieso eine Illusion, wie beispielsweise der „garantierte Zinssatz“ bei Lebensversicherungen. Dieser ist bei weitem nicht so sicher, wie es nach außen hin suggeriert wird. Im Ernstfall, falls eine Versicherung in finanzielle oder existenzbedrohende Schwierigkeiten gerät, greift hier ein Sicherungsschirm namens Protector. Dieser wird aber womöglich nicht greifen, wenn es tatsächlich um die Existenz der Versicherung geht. Hierbei steht die Rettung des Konzerns an oberster Stelle. Zu schmerzhaft könnten die Auswirkungen bei einer Pleite oder einer Insolvenz des Konzerns sein. Dabei werden zuerst die Kundengelder als Rettungsanker angegangen, bevor die Katastrophe perfekt ist. Natürlich nur zum Wohle und Schutz des Kunden. Somit ist dieser vorgegaukelte Sicherheitsschutz nur eine Farce und eine Beruhigungspille für die Kunden. Im Worst Case Szenario aber kein Schutz vor dem Totalausfall der eingezahlten Beträge.

Weitere Garantien halten oft nicht, was Sie nach außen hin versprechen

Der Sicherheitsaspekt der „Garantie“ wird missbraucht und zweckentfremdet. Das Garantiekapital wird vornehmlich in konservativen und renditeschwachen Anlageformen angelegt. Dies könnten beispielsweise Tages- oder Festgeld-Konten sein. Bei großen Volumina sind aber in dieser Anlageform keine Renditen mehr zu erwarten. Im Gegenteil, hier gibt es Negativverzinsungen, die an dem Kapital zehren. Man zahlt sozusagen für die vermeintliche „Sicherheit“ noch extra Kosten. Ergo hat man eine Renditebremse installiert und eine zusätzliche Einnahmequelle für die Versicherer implementiert. Einziger Ausweg aus diesem Dilemma sind offene und transparente Produkte, welche so langsam in den Vordergrund kommen werden.

Die ganzen Produkte rund um Riester und Rürup sind zu intransparent und unflexibel. Allein der Vertreter kommt immer wieder mit den einzigen Parolen, die er auf den Verkaufsseminaren gelernt hat – „Steuern sparen“ und „staatliche Zulagen“. In der näheren Betrachtung erweisen sich jedoch diese zwei Verkaufsargumente als nicht nachhaltig. Einen pauschalen Steuervorteil gibt es grundsätzlich nicht, und die staatlichen Zulagen bekommt nicht der Versicherungsnehmer, sondern die Versicherung, welche wiederum diese Einnahmen mit den Kosten verwurschtelt. Offen und transparent ist hier nichts. Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Kunden diese Zulagen versäumen und damit wiederum der Steuervorteil ad acta gelegt wird. Hierzu ist es nämlich notwendig in seiner Einkommenssteuererklärung Angaben zu seinem Riestervertrag zu machen, um in den Genuss der Vorteile zu kommen. Dies wird von der Mehrheit der Versicherten erst gar nicht gemacht.

Struktur als entscheidende Rolle beim Depotaufbau

Immer wieder bekomme ich Anfragen und Depots von Interessenten zugeschickt, um diese zu durchleuchten. In meiner bisherigen beruflichen Laufbahn habe ich schon mindestens 100 Depotauszüge von vermögenden Kunden und Interessenten gesehen. Was mir am Depotaufbau besonders auffällt? Es fehlt jegliche Struktur geschweige denn Transparenz. Das Depot ist im wahrsten Sinne des Wortes vollgestopft mit teuren verschachtelten Produkten, mit denen keiner etwas anfangen kann. Riskante Zertifikate, unterdurchschnittliche Anleihen, Standard Fonds mit hohen Kosten sowie zur Beimischung ein paar deutsche Aktien und schon steht das Depot. Bei den meisten fehlt die globale Ausrichtung komplett.

Es wird zu sehr Deutschland-lastig investiert. In der Psychologie nennt man dieses Verhalten „Home Bias“. Das besagt, man glaubt dieses Unternehmen besser zu kennen, da eine räumliche Nähe besteht und zieht daraus Schlüsse und Handlungsempfehlungen. Ein völlig emotionales Argument und kein rationales. Eindeutig unterschätzt wird, dass die meisten großen Unternehmen, welche im DAX beispielsweise gelistet sind, den Großteil ihres Umsatzes im Ausland generieren. Somit wird dieses Argument ad absurdum geführt. Zudem kennen die meisten Privatanleger anscheinend nicht die Kosten Ihrer gängigen Fonds im Depot. Meistens beträgt die TER (Total Expense Ratio), also die Gesamtkostenquote, 2% und mehr. Damit sind aber noch nicht alle Kosten erfasst. Hinzu kommen oftmals Transaktionskosten und weitere Kosten, welche nicht explizit im Verkaufsprospekt ausgewiesen sind. Ergo entsteht ein durch und durch intransparentes und zusammengewürfeltes Depot, welches keine Zielrichtung vorgibt.

Wieso ist das so?

Der Kunde ist ziemlich uninteressant, auch mit einem Depot im sechsstelligen Bereich. Die Margen für die Bank sind zu gering, um einen kompetenten Berater zu stellen. Und falls ein Ansprechpartner da ist, verfolgt der eigenen Interessen und ist in der Depotstrukturierung an die Vorgaben der Bank gebunden. Sprich hauseigene und vom Vertriebsleiter vorgegebene Fonds sollen in die Depots gekauft werden. Regelmäßige Umschichtungen sind gang und gäbe. Dies erfreut meist den Kunden, da er denkt, es kümmert sich jemand um sein Depot und macht sich Gedanken. Ein fataler Denkfehler. Umschichtungen werden nur aus Eigennutz vorgenommen, denn nur so fallen Transaktionskosten an, welche der Bank wieder Einnahmen einspielen. Dies ist alles eine Farce.

Fazit

Eine Bank zu beauftragen, ist meistens die schlechteste Form der Vermögenserweiterung oder des Vermögensaufbaus. Die Banken sind immer noch an ihre Kooperationspartner gebunden, sei es die Fondsgesellschaft, welche hinter der Bank steht oder anderen Fondsmanager, die eine tolle Powerpoint-Präsentation gehalten haben oder Vitamin B mit der entsprechenden Bank haben, sodass der Fonds in die Depots gekauft wird. Nüchtern betrachtet ist diese ganze Vorgehensweise fast schon grob fahrlässig. Die meisten Kunden lassen sich aber dadurch leider blenden. Eine Unabhängigkeit in der Beratung ist oberste Prämisse. Wer nicht frei entscheiden kann, gibt mir als Kundem kein authentisches Feedback, sodass dies mein erstes NO GO wäre. Somit ist bei der Auswahl des Geldmanagers oberste Vorsicht und Vorselektion geboten.

Auf gute Investments ..

Auslaufmodell der fondsgebundenen Rentenversicherung

Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung fließen die kompletten Sparbeiträge direkt in die gewünschten Investmentfonds. Dadurch wird in der Ansparphase – anders als bei klassischen Rentenversicherungen – kein Deckungskapital aufgebaut. Zusätzlich zu der allgemeinen Frage, wie lange eine Rente gezahlt werden muss, ist bei fondsgebundenen Produkten also auch noch unklar, wieviel Kapital für die Verrentung verfügbar sein wird.

Trotz dieser zusätzlichen Variablen müssen die Versicherer schon bei Vertragsbeginn eine Mindestrente garantieren, dazu sind sie aus steuerlichen Gründen verpflichtet. Dafür wird ein sogenannter Rentenfaktor ausgewiesen. Der Rentenfaktor gibt an, welche Monatsrente je 10.000 Euro aufgebautem Kapital mindestens gezahlt wird. Da die wesentliche Kalkulationsgröße „Höhe des Kapitals“ fehlt, werden bei fondsgebundenen Rentenversicherungen die zu Vertragsbeginn genannten Rentenfaktoren bewusst niedriger angesetzt als bei klassischen Rentenversicherungen.

Kalkulatorische Vorsicht nutzt Kunden

Es ist kein Nachteil für die Kunden, dass die Lebenserwartung aufgrund kalkulatorischer Vorsicht bei fondsgebundenen Produkten höher angesetzt wird. Typischerweise bevorzugen Anleger mit höherer Risikobereitschaft fondsgebundene Produkte und verfolgen das Ziel, eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften.

Der Vorwurf, Versicherer würden mit einer Lebenserwartung von 113 oder gar 130 Jahren kalkulieren, führt in die Irre. De facto spiegeln die Werte nicht die Einschätzung von Lebenserwartungen wider. Sie sind vielmehr Teil der Antwort auf die Frage, welche Garantien bei welchen Produkten über Jahrzehnte im Voraus finanztechnisch überhaupt darstellbar sind. Zum Vergleich: Im Ausland werden bei fondsgebundenen Rentenprodukten in der Ansparzeit meist gar keine Garantien gegeben.

Die finalen Rentengarantien legen die Versicherer häufig erst beim Übergang in die Rentenphase fest. Dabei werden die dann aktuellen Sterbetafeln und Zinssätze herangezogen. Die bei Abschluss im Vertrag genannten garantierten Rentenfaktoren stellen also in der Regel nicht den tatsächlich zur Verrentung kommenden Betrag dar, sondern sind als theoretische Untergrenze anzusehen, die in jedem Fall einzuhalten ist.

Regeln für fondsgebundene Versicherungen

Ebenso wie für die Kapitallebensversicherung und private Rentenversicherung gelten für fondsgebundene Versicherungen besondere Regeln hinsichtlich der Besteuerung: Bei Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, ist die Auszahlung steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre lang bestanden hat, die Beiträge mindestens fünf Jahre lang gezahlt und keine wesentlichen Vertragsänderungen vorgenommen wurden. Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung wird außerdem vorausgesetzt, dass die vereinbarte Todesfallsumme mindestens 60 Prozent der Beitragssumme beträgt. Bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, lässt sich nur noch eine 50-prozentige Steuerfreiheit des Auszahlungsbetrages erzielen. Nämlich dann, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre lang bestanden hat. Und erst ab Vollendung des 60. Lebensjahres oder – bei Vertragsabschluss ab 2012 – des 62. Lebensjahres endet und keine wesentlichen Vertragsänderungen vorgenommen wurden.

Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen, die seit dem 1. April 2009 abgeschlossen wurden, muss außerdem die Todesfallabsicherung spätestens fünf Jahre nach Vertragsabschluss mindestens bei zehn Prozent des Zeitwerts oder der Summe der gezahlten Beiträge liegen. Entfällt auch nur eine der genannten Voraussetzungen, wird die volle Kapitalertragssteuer auf die Erträge fällig. Wenn aus einer fondsgebundenen Rentenversicherung eine Rentenzahlung erfolgt, muss nur der sogenannte Ertragsanteil versteuert werden. Dies setzt grundsätzlich voraus, dass bei Vertragsabschluss ein konkret bezifferter Rentenfaktor genannt wird, mit dem das angesparte Fondsvermögen in eine Rente umgerechnet wird.

Für Rentenversicherungen, die vor dem 01. Juli 2010 abgeschlossen wurden, genügt es laut Bundesministerium der Finanzen, dass der Versicherer bei Vertragsabschluss oder im Erhöhungszeitpunkt „hinreichend konkrete Grundlagen für die Berechnung der Rentenhöhe oder des Rentenfaktors zugesagt hat“. Die Höhe des Ertragsanteils richtet sich danach, wie alt der Versicherte bei Rentenauszahlungsbeginn ist. Wer dann 67 Jahre alt ist, muss zum Beispiel nur auf 17 Prozent des Auszahlungsbetrages Steuern zahlen.

Besteuerung

Besteuerung bei monatlicher Rentenzahlung Bei Rentenzahlung aus einer Rentenversicherung gilt, dass nur ein pauschalierter Ertragsanteil mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern ist. Es wird also nicht die gesamte Rente besteuert, vielmehr ist nur ein relativ geringer Teil der Rente mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Dieser Ertragsanteil hängt vom Alter der versicherten Person bei Beginn der Rentenzahlung ab: Derzeit liegt er für 65-Jährige bei 18 %. Das bedeutet: Nur 18 % der jährlichen Rentenzahlungen fließen in die Berechnung der Einkommensteuer mit dem jeweiligen persönlichen Steuersatz ein. Je jünger man zu Beginn der Rentenzahlung ist, umso höher ist die steuerliche Belastung. Die Rentenzahlungen werden immer ohne steuerlichen Abzug (brutto) ausgezahlt.

Fazit

Fondspolicen können steuerlich interessant sein, jedoch können hohe Kosten die Steuervorteile mindern oder ganz beseitigen. Es handelt sich meist um eine relativ riskante, undurchsichtige und unflexible Form der Altersvorsorge. Fondspolicen sind daher fast immer ungeeignet für die Altersvorsorge. Mein grundsätzlicher Rat: Trennen von Versicherungsschutz und Geldanlage ist notwendig! Schließen Sie statt einer fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung eine Risikolebensversicherung ab, wenn Sie jemanden für den Fall Ihres Versterbens absichern wollen, und legen Sie Geld für die Altersvorsorge selbst an, am besten in ETFs . Wenn Sie Berufsunfähigkeitsversicherungsschutz benötigen, kombinieren Sie ihn nicht mit einer fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung, sondern schließen Sie eine separat ab.

 

Ist die Riester Rente rentabel oder nicht?

Seit ein paar Jahren gibt es ein neues Finanzprodukt, für das die Politik eifrig die Werbetrommel rührt. Es nennt sich Riester Rente und wird auch als Steuersparmodell angepriesen. Damit kann man die Deutschen immer noch über den Tisch ziehen. Dem Kunden wird suggeriert, er hätte ein Superdeal gemacht und Steuern gespart. Dabei kommt es nicht auf das Steuern sparen an, sondern man sollte die hohen Kosten für den Vertragsabschluss, den Vertrieb etc. betrachten. Diese Kosten sind wie bei den Lebensversicherern extrem hoch. Der Steuerspareffekt wiegt diesem Kostenblock bei weitem nicht auf. Dennoch sind schon Millionen dieser Riester Rentenmodelle abgeschlossen worden. Dabei sind sie intransparent und kaum verständlich. Es fehlt allenthalben an finanzieller Bildung – beim normalen Anleger ebenso wie bei den Politikern. Mit der Riester Rente lässt sich jedenfalls nicht viel gegen die drohende Altersarmut bewirken.

Differenzierung

In Einzelfällen mag mit diesem Finanzprodukt vielleicht eine solide Rendite erreichbar zu sein, doch für die Mehrheit der Anleger wird sich erweisen, dass es ein fataler Fehler war, die Riester Rente abgeschlossen zu haben. Sie müssen sich immer die betriebswirtschaftlichen Grundlagen vor Augen halten: Ein Produkt wird von einer Bank oder Versicherung nur vertrieben, wenn es dementsprechend Gewinne für die Firma abwirft.

Dazu ein simples Beispiel: Um ein Finanzprodukt für die Versicherung oder Bank lukrativ zu machen, muss es erst einmal die Kosten einspielen, die anteilig für die Miete der Bürokomplexe der Versicherer oder Banken, die Löhne der Angestellten etc. pp. anfallen, einspielen. Diese Fixkosten sind immens und gehen bei großen Versicherern bzw. Banken in die Millionen.

Fazit

Natürlich ist es schon löblich, wenn Menschen überhaupt monatlich etwas zurücklegen. Doch die Riester Rente ist für die meisten Kunden die falsche Ansparform. Natürlich gibt es hier auch Einzelfälle und Ausnahmen, bei denen sich die Riester Rente, wegen dem Steuervorteil lohnt. Dies muss en detail im Vertrag durchleuchtet werden. Langfristig erfolgreicher ist definitiv die Anlage in ETFs.

Die Lebensversicherung im Test!

Ein Test mit der Lebensversicherung!

Heute hatte ich wieder einen interessanten Artikel gelesen, der sich mal wieder mit dem Thema Lebensversicherungen beschäftigt. Und zwar wurden Hunderttausende von Erträgen und Gutschriften bei einem renommierten Versicherungskonzern aufgrund eines Computerfehlers falsch berechnet. So obskur die Meldung klingen mag, aber solche Fälle sind leider schon des Öfteren vorgekommen. Lebensversicherungen sind höchst intransparent. Zudem werfen Sie keine Rendite mehr ab und die Kosten werden in den unzähligen Seiten der AGBs recht unverständlich kommuniziert. Altverträge haben meistens noch passable Renditen von 3, 4 oder sogar 5%. Ein Neuvertrag einer Lebensversicherung lohnt sich heutzutage aufgrund des niedrigen Garantiezinssatzes von 1,25% nicht mehr. Die Kosten summieren sich im Laufe der Zeit auf einige Tausend Euro.

Trotzdem werden noch massig Verträge der Lebensversicherung abgeschlossen, nur wieso?

Dahinter steckt ein riesiger Vertriebskanal an Mitarbeitern. Die tagtäglich von morgens bis abends die Versicherungen an den Mann oder die Frau bringen. Unter Abwägung rationaler Entscheidungsfindung dürfte keine Lebensversicherung mehr abgeschlossen werden. In der Realität sieht dies ganz anders aus. Hier wird natürlich das Auslaufprodukt Lebensversicherung lediglich in das positive Licht gerückt, um so die Provision einzustreichen.

Eine viel effizientere und langfristig lukrativere Methode ist das Ansparen in ETFs. Dort investiert man in Firmen und Unternehmen, die etwas produzieren oder eine Dienstleistung anbieten. Bei Lebensversicherungen investiert man in Staatsanleihen. Solide und substanzstarke Aktien gehören auch zu einer vernünftigen Altersvorsorge als Beimischung dazu.

Was bevorzugen? Lieber verschuldeten Staaten oder Unternehmen Geld geben?

Die Frage lässt sich relativ einfach beantworten, nichtsdestotrotz verstehen den Zusammenhang wenige. Ein gut aufgestelltes Depot generiert mehr Einnahmen durch eventuelle Kurssteigerungen und jährliche Dividendenzahlungen, womit man an den Gewinnen der Unternehmen beteiligt wird. Meistens fehlt jedoch die Initialzündung, an den Gewohnheiten etwas zu ändern. Ein Online Depot zu eröffnen und beispielsweise Sparpläne auf ETFs abzuschließen benötigt nicht viel Zeit. Zudem kann man selbst entscheiden und sehen, worin investiert wird. Bei Lebensversicherungen ist dies sehr schwierig nachzuvollziehen. Um bei ETFs langfristig erfolgreich zu sein, benötigt es lediglich Ausdauer und das dementsprechende Durchhaltevermögen. Leider ist in der heutigen Zeit alles sehr hektisch und schnelllebig geworden. Dies wiederum verleitet oft zum Handeln unter Emotionen, was an der Börse sehr oft bestraft wird. Um erfolgreich zu sein, so lautet ein Sprichwort, muss man lediglich Fehler vermeiden. Zuviel Aktionismus ist einer davon.

Das Festhalten an einer guten Strategie, viel Zeit und eine konsequentes Besparen von ETFs, erleichtert die Sorge um Geld im Alter ungemein.

Status Quo

Es gibt allein in Deutschland rund 90 Millionen Lebensversicherungen, bei einer Einwohnerzahl von über 80 Millionen ergibt sich daraus, dass jeder Bürger mehr als eine Lebensversicherung abgeschlossen hat. Der derzeitige Garantiezins von 1,25% soll weiter gesenkt werden. Noch in den 90iger Jahren lag der garantierte Zins bei rund 4% (garantiert versteht sich). Die Versicherer stehen somit einerseits in der Bredouille, das Geld nicht mehr lukrativ anlegen zu können, andererseits müssen die Altverträge mit hohen Zinsen an die Kunden zurückgezahlt werden. Der Widerspruch an sich ist aber vielmehr der – Lebensversicherer sind gesetzlich dazu verpflichtet, das Kundengeld zu mindestens 60% in mündelsichere Anlagen zu investieren. Was ist das?

Unter mündelsicheren Anlagen werden beispielsweise Staatsanleihen gesehen, wobei ein Ausfall per Definition als unwahrscheinlich angesehen wird. Jetzt stellt sich die Frage, welchem Land man heutzutage noch Geld leihen würde? Spanien, Portugal, Frankreich, Italien oder sogar Griechenland? Das gilt laut Gesetz immer noch als mündelsichere Anlage! Dies sollte man hinterfragen und der heutigen Zeit mal anpassen.

Steht die Lebensversicherung zukünftig vor einem Problem?

Die Reserven, welche sich intern angesammelt haben, müssen aufgebraucht werden, um die Altverträge zu bedienen. Andererseits schmilzt somit das Eigenkapital peu a peu, solange die Zinsen für mündelsichere Anlagen nichts mehr abwerfen. Dies können große Versicherer über kurze Frist noch durchstehen. Falls aber die Zinsen dauerhaft so niedrig bleiben, könnte das große Probleme und Verwerfungen mit sich bringen, zumindest bei den kleinen Versicherungen.

Für dieses Worst Case Szenario sind die Versicherer per Gesetz ein wenig geschützt. Nach §89 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz) kann ein Versicherer, wenn er in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, Rückkaufswerte der entsprechenden Versicherung herabsetzen. Im schlimmsten Falle sogar Zahlungen an den Kunden verbieten.

Fazit

Lebensversicherungen sind in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß und ein Auslaufprodukt. Selbst der BGH definiert eine Lebensversicherung als legalen Betrug am Kunden. Es gibt bei weitem langfristig lukrativere Anlageprodukte, welche für die Altersvorsorge Sinn machen.